Melanie Meier
Foto: Marissa Nowy

Melanie Meier

 

Steckbrief:

  • Schriftstellerin
  • 33 Jahre alt
  • wohnhaft in Regensburg
  • gelernte Buchhändlerin
  • Fachoberschule für Gestaltung besucht
  • Qindie-Autorin

Melanies Kolumne bei Qindie.

Im Qinterview, dem Interview von Qindie.

Im Gespräch mit Kristina vom Buchblog Tintenmeer.

Ein Interview mit mir bei Dramaturgia.de

Foto: Petra Bauer
Foto: Petra Bauer

Aus dem Nähkästchen geplaudert

 

Von Künstlern großgezogen (Vater Musiker, Mutter Malerin und Schriftstellerin), blieb mir nichts anderes übrig, als es ihnen nachzutun. Kinder ahmen nun einmal ihre Eltern nach. Weil ich Keyboard-, Schlagzeug- und Klavierunterricht bekam und schnell merkte, dass ich selbst zwar Freude daran habe, meine Umgebung aber nicht, fing ich schon in jungen Jahren an, Storys zu erfinden und sie in Comics einzubinden (das macht weniger Lärm). Als Jugendliche vergrub ich mich in Fantasy-Romanen, las und schrieb sie in Unmengen.

 

Während der Ausbildung zur Buchhändlerin und dem anschließenden Besuch der Fachoberschule für Gestaltung lag das Schreiben erst einmal brach. Ich war mit dem Wachsen beschäftigt (erwachsen bin ich bis heute nicht, aber wenigstens ein bisschen gewachsen).

 

Schließlich entstanden einige Kurzgeschichten, und dann, endlich, wagte ich mich wieder an einen Roman. Die Schauplätze verlagerten sich vom Fantasy-Land in das, was wir landläufig Realität nennen.

 

Bevor ich mich entschließen konnte, zu veröffentlichen, fiel ich in ein Loch. Das meine ich wörtlich. Ich hatte einen Unfall, fiel in ein Loch. Während der Genesungszeit entstand »Levi. Aus dem Leben eines Verrückten«. Es dauerte aber noch einmal über ein halbes Jahr, bis ich den Mut aufbrachte, den Roman der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Unterstützt hat mich dabei die Schriftstellerin Juli Zeh, die »Levi. Aus dem Leben eines Verrückten« las und mir entsprechendes Feedback gab.

 

Dann kam Loki von Schallern. Er schlich sich heimtückisch von hinten an mich heran und überfiel mich. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als mich freizukaufen, indem ich über ihn schrieb. Frei bin ich bis heute nicht, aber das ist nicht schlimm. Loki ist allgegenwärtig, stets an meiner Seite. Er ist schuld daran, dass ich gewisse Dinge erlernte und einübte, um ihn besser verstehen und wiedergeben zu können. Ich habe unter seiner Aufsicht Atemübungen und spezielle Geistesübungen gemacht, und ich drehe Qi-Kugeln in der Hand (das macht süchtig!), ganz genau wie er. Nur das mit der Emotionslosigkeit und dem rein rationalen Denken haut noch nicht so hin, doch das verlangt er auch nicht von mir. Was für ein Glück! (Loki sagt, es müsste 'welch ein Glück' heißen, weil es ein explizites Glück sei ... ach! Schlimm ist das!) ;)

 

Jetzt lebe ich mit zwei Katzen (Bella van Hellring und Tita von Fischerberg) am westlichen Stadtrand von Regensburg, nah an der Donau. Fluss und Natur sind für mich ungemein wichtig. Und wenn es mich doch einmal in die Innenstadt zieht, bin ich nicht weit entfernt - Regensburg ist überschaubar groß.

 

Meine liebsten Mitarbeiter sind meine Mutter Petra, mein Vater Josef (Komponist, Musiker), meine Schwester Natalie (Malerin, Grafikerin) und mein Bruder Tobias (Musiker; Elektro, HipHop). Wenn wir zusammensitzen, explodieren wir beinahe vor Kreativität. :)

Foto: Marissa Nowy
Foto: Marissa Nowy

 

Wenn ich tief in der Schreibphase stecke

  • werde ich zu meinen Protagonisten. Das heißt, dass ich hin und wieder Dinge sage und tue, die nicht meinem Charakter entsprechen. Meine Freunde können ein Lied davon singen!
  • versinke ich in meinen Welten dergestalt, dass ich um mich herum nichts mehr wahrnehme. Man kann mit mir sprechen, ich nicke vielleicht auch, aber gehört habe ich es ganz bestimmt nicht. Es kommt auch vor, dass ich spazieren gehe und mich irgendwo wiederfinde, ohne mich erinnern zu können, dorthin gegangen zu sein ... :D
  • putze und räume ich viel auf. Oft, ohne es bewusst wahrzunehmen. Die Erklärung ist ganz einfach: Etwas Neues ist in der Roman-Handlung geschehen, etwas für mich Unvorhergesehenes, und auf diese Weise erlaube ich diesem Neuen, sich irgendwo in den Weiten der Phantasie zu entwickeln, bevor ich es in Buchstaben quetsche.
  • lese ich nichts von meinen Lieblingsautoren. In ihre Romane muss ich mich fallen lassen, das verdienen sie, und das wäre mir nicht möglich, weil ich ja schon gefallen bin, nämlich in meine eigene Story.
  • vergesse ich unablässig die eigenen körperlichen Bedürfnisse. Essen und Schlafen kommen eindeutig zu kurz.
  • sieht man mich oft wochenlang nicht. Ich schreibe und schlafe, und dazwischen passen keine weiteren Aktivitäten.
  • werde ich wortkarg und bin völlig außerstande, Smalltalk zu führen. Das läuft manchmal auf solcherlei Gespräche hinaus:  Mein Nachbar: "Hallo! Wie geht es dir?" - ich: "Warum? Sehe ich krank aus?" (Hat sich exakt so ereignet).
Melanie Meier
Foto: Petra Bauer

Inspiriert werde ich

  • natürlich von Musik. Ich liebe Filmmusik, weil sie wie klassische Musik ist, nur dramatischer. Ansonsten gehen meine Vorlieben durch alle Genres. Meine Playlisten sind bunt und nach Romanen respektive Protagonisten sortiert.
  • von Filmen und Serien. Ich bin ein regelrechter Junkie, denn aus gut gemachten Filmen (Schnitt, Plot, Herangehensweise, Einsatz und Transport der Emotionen durch Musik) kann auch ein Schriftsteller enorm viel lernen. Man muss es "nur" auf das Schreiben abstrahieren. Das heißt, dass ich ein großer Fan der Regisseure Terrence Malick und Steve McQueen bin und vor allem schwedische und britische Produktionen mit Vorliebe schaue.
  • von Romanen, selbstredend. Das muss ich sicherlich nicht erklären. ;)
  • und von Menschen. Sie sagen oder machen etwas, tragen bestimmte Kleidung, haben eine bestimmte Haltung, einen bestimmten Gang - und schon setzen sich in mir Assoziationen frei, die ganze Handlungsstränge heraufbeschwören.

Gerade arbeite ich

  • an einem neuen Fantasy-Roman, und irgendwann danach steht die 4. Loki von Schallern-Staffel an (Veröffentlichung noch ungewiss, vielleicht irgendwann 2017, vielleicht auch nicht ... ^^). 2016 sind zwei Romane entstanden, die zuvor noch überarbeitet und veröffentlich werden wollen, einer davon harrt seiner Fortsetzung in einem zweiten Band.